Bass to go

BassLine Bustiny im Test

Der Bass für unterwegs muss handlich sein und soll trotzdem Spielfreude entfachen. Dafür ist Qualität nötig, und auch besondere Ausstattungs-Details sollen dafür sorgen, dass man mit Begeisterung in die Saiten greift.

(Bild: Marlon Stork)

Die kleine Ausführung des Buster-Headless ist 33 cm kürzer als ein Jazz Bass und sogar 15 cm kürzer als eine Stratocaster – das mit der Handlichkeit ist also ernst gemeint. Und trotzdem ist dieser kopflose Shortscale ein echter Bass, den man ernst nehmen sollte.

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Klein und fein

Der aufgeschraubte Hals aus heimischem Ahorn hat ein fülliges Profil und liegt gut in der Hand; im aufgeleimten Ahorngriffbrett finden 24 Jumbobünde und ein Nullbund Platz, wobei die Mensur zugunsten der Handlichkeit auf 760 mm Shortscale- Maß reduziert ist. Klein kann auch fein sein, das zeigt besonders deutlich der Eschen-Korpus mit ausgesucht schöner Maserung. Erstklassige ETS-Hardware unterstützt Gebrauchswert und Klang. Das Headless-Kopfstück benötigt keine Spezialsaiten, an vier Inbusschrauben werden die Saiten vor dem Abkneifen überschüssiger Länge einfach festgesetzt. Dreidimensionale Justierbarkeit bietet der Steg, präzise Feingängigkeit der massiv gebaute Tunerblock. Das rückwärtige Elektrofach ist mit einem hölzernen Deckel verschlossen, und dahinter könnte es nicht ordentlicher aussehen: Rundum hält die Auskleidung mit Kupferfolie Einstreuungen fern, zwei Aktiv-Module arbeiten das Eingangssignal eines Delano-SBC-Humbuckers auf. Ein aktiver Zweiband-EQ sorgt für einen variablen Grund-Sound, ein neu entwickelter Kopfhörer-Verstärker von Andreas Richter macht den Bustiny zudem auch ohne Verstärkeranlage elektrisch hörbar, und zwar über eine zweite Ausgangsbuchse. Am Modul ist der Verstärkungsgrad justierbar, das Kopfhörersignal wird über eine Stereo-Miniklinke herausgegeben. Trotz der doppelten Aktiv-Ausstattung reicht eine 9-Volt-Batterie für mehr als 1000 Einsatzstunden.

Klar und deutlich

Der Bustiny mag klein sein, doch die erwachsene Qualität von Holzkonstruktion und Ausstattung hört man ihm an. Keine Spur von Shortscale-Matsche, sondern ein klarer Präsenzton überzeugt mit ausgesprochen exakter Tonansprache, strahlender Offenheit und gesunder Schwingfreude! Natürlich ist der BassLine-Shortscale kein billiges Instrument, sodass hohe Erwartungen auch gerechtfertigt sind – und die erfüllt der handliche Viersaiter mit Bravour.

Bald könnte man öfter eine zweite Ausgangsbuchse an Bässen finden. (Bild: Marlon Stork)

Zu den Einstellvarianten der zweibandigen Aktiv-Klangregelung kommt noch der Push/Pull-Schalter im Volume-Poti für die passive Betriebsart sowie der Kippschalter, mit dem sich die Schaltung der beiden Humbucker-Spulen zwischen seriell auf parallel wählen lässt, je nachdem, ob man mehr knurrige Dichte oder allgemeine Transparenz bevorzugt. Beim Üben mit Kopfhörer macht der eingebaute Verstärker eine gute Figur und liefert auch an einem mittellauten Hörer einen ausreichenden Übungspegel mit hochglanzpoliertem HiFi-Sound bis in tiefste Fundamentbässe.

Resümee

Kraft seiner hochwertigen Bauweise und Ausstattung darf man diesen handlichen Shortscale auch als Hauptinstrument absolut ernst nehmen. Mit äußerst entgegenkommender Bespielbarkeit liefert er frische und schwingfreudige Präsenz-Sounds sowie konkrete Bässe, mit denen man locker im Band-Sound punkten kann, insbesondere wenn es präzise abfunken soll. Und mit dem eingebauten Kopfhörer-Amp macht das verblüffend erwachsene Instrument nicht nur im Zusammenspiel, sondern auch alleine Spaß!

Plus

  • Klangverhalten, Präsenz-Sounds
  • schnelle Tonansprache, Präzision
  • leichte Spielbarkeit
  • Qualität, Ausstattung

Aus Gitarre & Bass 02/2017

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