Eden, Fishman, Harley Benton, Hartke, MXR, Taurus, Tech21

Bass-DI/Preamp-Pedale bis 300 Euro im Vergleich

Sieben Bass-Preamps
(Bild: Dieter Stork)

 

Kompakte Preamp-Pedale machen den klassischen Verstärkern einige Konkurrenz. Denn in vielen Situationen geht es nicht mehr darum, einen Lautsprecher anzutreiben, sondern einen großen Bass-Sound per Kabel anzuliefern, sowohl für Aufnahmen wie auch Live. Warum also die große Bassanlage mitschleppen, wenn man den Job auch mit einem kleinen Pedal hinbekommt?

Anzeige

 

 

Für einen guten Bass-Preamp kann man locker so viel ausgeben wie für einen kompletten Amp. Und weil die neue Renaissance der Vorverstärker in Zeiten allseits verbreiteter Heimstudios boomt, mussten wir eine Preisgrenze bei € 300 ziehen, damit der Vergleichstest nicht zu sehr ausufert und auch wirklich vergleichbar ausgestattete Geräte präsentiert. Jeder Testteilnehmer hat, abgesehen von der Preis-Obergrenze, diverse Kriterien zu erfüllen. Zum einen ist wichtig, dass ein symmetrischer DI-Ausgang vorhanden ist, mit dem sich das Instrumenten-Signal verlustfrei in ein Aufnahme-oder Live-Mischpult einspeisen lässt. Zum anderen sollten ausreichende Klangregelmittel bereitstehen, um eine gewisse Sound-Flexibilität zu gewährleisten. Und als Unterscheidung zu den großen 19″-Basspreamps sollten die Geräte handlich und leicht transportabel sein, was durch die Pedal-Bauform gewährleistet ist. Alle sieben Testteilnehmer wurden also danach ausgesucht und die meisten bieten darüber hinaus sogar noch nützliche Extras, sodass sie übrigens nicht nur als DI-Box, sondern auch wie ein Effektgerät für zusätzliche Sounds vor die normale Bassanlage geschaltet werden können.

Die größte Auswahl an Bass-Equipment zum live Testen gibt es auf dem Guitar Summit. So  hast du auf der Bass-Ampfinity die Möglichkeit, verschiedene Bassamps mit verschiedenen Bassboxen auf Knopfdruck beliebig zu kombinieren und anzuspielen. Mehr Infos bekommst du hier!

bass_preamp_1_eden
Die Geräte von Eden und Taurus können nur mit Steckernetzteil betrieben werden (Bild: Dieter Stork)

 

Ausstattung

So ist der WTDI von Eden mit getrennten Reglern für Gain und Master ausgestattet und besitzt eine Dreiband-Klangregelung mit zusätzlichen Tasten für Bassboost und die Umschaltung des Mitten-Bereichs. Als Extras bietet das Pedal einen zusätzlichen Enhance-Regler sowie einen stufenlos regelbaren Compressor. Per Fußschalter lässt sich der komplette Signalzug abschalten, der WTDI reicht dann das Bass-Signal unverändert durch, behält aber seine Funktion als symmetrischer DI-Treiber und Impedanz wandler für den unsymmetrischen Klinkenausgang.

Auch der Platinum Pro-EQ von Fishman besitzt getrennte Regler für Input Gain und Volume, ein Fünfband-EQ erlaubt feinfühligen Zugriff auf das Klangbild, wobei die Wirkung des tiefsten Einstellbereichs durch den Depth-Regler fein abgestimmt werden kann. Nützlich beim Einsatz verschiedener Abnahmesysteme gleichzeitig (z. B. Mikro und Pickup beim Kontrabass) ist der Phasenschalter, als weiteres Extra liegt ein einstellbarer Compressor vor dem EQ. Als einziges Gerät in diesem Vergleich besitzt der Fishman keinen Fußschalter, allerdings ist hier der DI-Abzweig per Schalttaste wahlweise vor oder hinter Compressor und EQ umschaltbar. Eine separate Tuner-Buchse ist im Ausgangsfeld vorhanden.

Das preisgünstigste Gerät stammt von Harley Benton. Zur Pegeleinstellung steht beim Bass Drive BDI-2000 ein Level-Regler bereit, zusätzlich zum Dreiband-EQ für Bässe, Mitten und Höhen sind weitere Regler für Contour und Color vorhanden. Zentrale Funktion hat hier die Zerr-Abteilung mit Drive-Regler-Blend-Poti für den Mix zwischen Clean- und Zerr-Signal. Auf dem Fußschalter liegt die Bypass-Funktion. Neben dem Klinkeneingang findet sich ein Parallel Out, um generell das unbearbeitete Instrumentensignal z. B. direkt an die Bühnen-Anlage weiterreichen zu können.

bass_preamp_2_fishman
Die feinsten Klangregler bietet der Fishman (Bild: Dieter Stork)

Auch bei Hartke steht ein einfacher Level-Regler zur Lautstärkeeinstellung bereit, zusätzlich zur Dreiband-Klangregelung ist das Shape-Filter mit einstellbarer Centerfrequenz per Fußschalter aktivieren. Ebenfalls an Bord ist eine Tube Drive Emulation, deren Klangeinfluss mittels Harmonics-Regler und Überblender dosiert werden kann. Der Fußschalter rechts ist für die Tube Emulation und den Brite-Regler zuständig, die grundsätzliche Preamp-Funktion mit Bass- und Treble-Regler bleiben beim Bass Attack permanent in Betrieb. Um dennoch ein pures und unbearbeitetes Bass-Signal entnehmen zu können, ist der Parallel Out neben dem Klinkeneingang vorhanden. Und der Abgriff für den symmetrischen Direct Output lässt sich per Schalttaste vor oder hinter der kompletten Signalbearbeitung wählen.

Ebenfalls mit zwei Fußschaltern ist die Bass D.I.+ von MXR ausgestattet, sie sind mit „Effect“ und „Distortion“ beschriftet. Es ist eine Dreiband-Klangregelung vorhanden, die durch eine Color-Taste neben dem Clean-Volume-Poti ergänzt wird. Besonderheit ist hier die gut ausgestattete Distortion-Abteilung mit Gain-, Blend- und Volume-Regler; zur Reduzierung von Nebengeräuschen ist ein Noisegate zuschaltbar, dessen Einsatzschwelle am Trigger-Poti stufenlos justiert werden kann. Neben der Input-Buchse gibt der Parallel Out das Bass-Signal direkt auf eine Klinke heraus.

Zunächst einfacher ausgestattet scheint der T-DI Bass Preamp von Taurus mit den vier Reglern Gain, Bass, Treble und Volume. Durch zusätzliche Kippschalter lässt sich allerdings jeder Klangregler in seiner Funktion dreifach variieren, außerdem hat man schon am Eingang die Wahl zwischen Vintage, Mix und Modern und ein Punch-Preset ist per Taste zuschaltbar. Die Funktion des Fußschalters ist bei diesem Gerät zwischen Mute und Bypass wählbar. Anschlussmäßig ist der T-DI wieder übersichtlich: Klinken-Eingang, Klinken-Ausgang, XLR-Ausgang.

Bei der SansAmp Bass Driver DI von Tech21 sind Regler für Drive, Bass, Treble, Presence Blend und Level vorhanden, wobei die Blend-Einstellung hier über das Verhältnis von Drive-Sound und Clean-Anteil entscheidet. Per Fußschalter lassen sich alle Klangmanipulationen abschalten und nicht nur der Klinkenausgang, sondern auch der DI Out gibt dann das unbearbeitete Bass-Signal heraus.

 

bass_preamp_3_taurus
Kultige Optik beim verchromten Taurus-Gerät (Bild: Dieter Stork)

 

Praxis

Alle sieben DI-Pedale besitzen Ground-Schalter, womit die Masseverbindung vom symmetrischen Ausgang abgeschaltet werden kann, um Brummstörungen durch Doppelerdung zu beheben. Grundsätzlich sollten solche Probleme zwar nur mit dem Bass und der DI-Box mangels eigener Erdverbindung nicht auftreten – nützliche Problemlöser können die Ground-Schalter aber dennoch sein, wenn nämlich zugleich an den unsymmetrischen Klinkenausgängen der Preamps geerdete Verstärkeranlagen hängen.

Während Eden und Taurus am unsymmetrischen Ausgang für die Backline strikt das Gleiche anbieten, was auch auf dem XLR Out anliegt, bieten die Preamps von Hartke, MXR und Tech21 zusätzlich gleich am Eingang angeschlossene Parallel Outputs, wo das pure Eingangssignal abgegriffen werden kann. Dem gleichen Zweck dient beim Fishman-Pedal der Tuner/Send-Ausgang. Sehr flexibel ist die Bass Driver DI von Tech21 ausgelegt: Was auf Klinken- und XLR-Ausgang herausgegeben wird, kann separat an Schiebeschaltern zwischen Line (bearbeitet) und Instrument (unbearbeitet) gewählt werden, sodass hier gegebenenfalls auch ein cleanes DI-Signal abgegriffen werden kann, während der Preamp für die Backline-Verstärkeranlage genutzt wird.

bass_preamp_4
Grundsätzlich kann das Ausgangssignal bei allen Modellen sowohl unsymmetrisch wie auch symmetrisch abgegriffen werden. (Bild: Dieter Stork)

Unterschiede weisen die Testteilnehmer auch in der Stromversorgung auf. Die Geräte von Eden und Taurus können nur mit dem jeweils passenden Steckernetzteil (15 bzw. 12 Volt) betrieben werden, welches deshalb auch gleich im Lieferumfang enthalten ist. Die Wahl zwischen 9-Volt-Block und optionalem Steckernetzteil hat man bei Harley Benton, während die Preamps von Fishman, Hartke, MXR und Tech21 als dritte Möglichkeit auch durch das XLR-Kabel von der Phantom Power eines Mischpulteingangs versorgt werden können. Praxisnah ist auch, dass bei sämtlichen Batterie-fähigen Geräten werkzeuglos zu öffnende Batteriefächer das Auswechseln der Stromquelle einfach machen. Alle Geräte sind in robuste Metallgehäuse eingebaut, beim Fishman besteht der Gehäusedeckel aus Kunststoff – auf dem jedoch mangels Fußschalter auch niemand herumtrampeln wird. Rutschfesten Stand bieten jeweils Gummifüße, Gummistreifen oder ein Moosgummi-Belag auf der Unterseite. Die T-DI von Taurus kommt zwar blank, aber im Karton finden sich selbstklebende Füße und als Alternative dazu auch Klettband für die Fixierung im Pedalboard.

Bei Tech21 geht man offenbar davon aus, dass jeder Benutzer die Bedienungsanleitung aufmerksam liest. Denn sonst wird er mangels Beschriftung nie erfahren, welches Steckernetzteil am SansAmp benutzt werden darf. Die fünf Testteilnehmer, die sich mit einer 9-Volt-Batterie betreiben lassen, zeigen unterschiedlichen Stromhunger. Sparsam ist das Tech21-Gerät, welches bei einer Stromaufnahme von 2,7 mA mit einem Saftspender etwa 185 Betriebsstunden absolvieren kann. Als nächster kommt der Fishman-Preamp, der bei 3,9 mA rund 130 Stunden mit einem 9-V-Block durchhält. In ähnlichen Regionen operiert der Hartke (4,5 mA, ca. 110 Stunden), während das Gerät von MXR (7,3 mA) nach knapp 70 Stunden neu betankt werden muss. Nur bei Harley Benton ist direkt eine Batterie dabei, die wird allerdings bei rund 20 mA Stromaufnahme schon nach 25 Stunden leergesaugt sein.

 

bass_preamp_5_tech21
(Bild: Dieter Stork)

 

Funktion & Sound

Die WTDI von Eden glänzt durch tadellose Wirksamkeit aller Bedienelemente und ein cleanes Klangbild ohne Detailverluste. Das leichte Knacken des Bypass-Schalters erscheint tolerabel. Allein am Enhance-Regler lässt sich das Klangbild bereits enorm variieren, indem ziemlich radikal alle nöligen Mittenanteile ausgefiltert werden. Der Compressor arbeitet ebenfalls sauber und lässt sich von extrem unauffällig bis hin zu echter Effekt-Kompression mit heißem Squash einstellen. Sehr wirksam operiert die Dreiband-Klangregelung und erfasst dabei musikalisch sinnvolle Bereiche. Das Bassfundament lässt sich am Bassregler enorm mächtig aufpumpen, und wem das noch nicht reicht, dem bietet sich der zusätzliche Bass Boost an, der nochmals etwa so viel Pfund einbringt wie die fast voll aufgedrehten Bässe. Ausgesprochen nützlich ist auch die Mid-Shift-Taste, wo der Wirkungsbereich des Mid-Einstellers von knochig-nasalen Nuancen auf tieferen Growl umgeschaltet werden kann, sodass sich für cleane Funk-Sounds und röhrigen Rock jeweils günstige Einstellungen ergeben. Am Treble-Regler steht ebenfalls ein weiter Einstellbereich zur Verfügung, von mollig warmen Vintage-Sounds bis hin zu knackig-klarer Brillanz mit der richtigen Portion Edge. Am Mischpult-Eingang liefert der XLR-Ausgang ein kräftiges Line-Signal bei unauffälligem Rauschniveau ab.

bass_preamp_6_tech21
Die Ausgangsbelegung ist am Tech21 am variabelsten (Bild: Dieter Stork)

Beim Fishman-Preamp überzeugt nicht nur die Ausstattung, die auch spezielle Bedürfnisse akustischer Instrumente berücksichtigt, sondern ebenso die Detailfeinheit der Wiedergabe. Mit dem fünfbandigen Graphic EQ lassen sich ebnso übersichlich wie feinfühlig zarte bis mittelstarke Sound-Variationen bewerkstelligen, wobei übermäßige Wirkungen von vornherein durch begrenzte Einstellbereiche der Klangregler vermieden werden. Ausgesprochen praktisch ist dafür auch der am Depth-Poti durchstimmbare Frequenzschwerpunkt für den Bassregler, wodurch sich auch bei fetten Einstellungen Wummer und Dröhn vermeiden lassen. Stark eingestellte Compression ist zwar mit einem gewissen Pegelrückgang verbunden, das Aggregat arbeitet aber so sauber und kräftig, dass es vorzüglich zur Sustain-Verlängerung beim Fretlessbass eingesetzt werden kann. Eine LED-Anzeige warnt sowohl vor Übersteuerungen durch zu hohe Gain-Einstellung wie auch vor nachlassenden Batterie-Kräften. Die Übersteuerungs-Warnung sollte man übrigens ernst nehmen, denn stärkere Clippings klingen nicht schön. Der symmetrische Ausgangspegel ist eher zahm und daher für Mikrofon-Eingänge optimiert. Auch die Phantomspeisung durch das Kabel funktioniert einwandfrei.

Das Gerät von Harley Benton ist als Bass Drive ausgewiesen und das ist auch sein Metier. Sämtliche Einstellmöglichkeiten bis auf den Level beziehen sich auf den eher Fuzz-mäßigen Drive-Sound und lassen den sauberen Signalanteil unbearbeitet. Das schränkt den Einsatz als klangvariablen Preamp deutlich ein, während das günstige Teil als Bass-Fuzz recht vielfältige Einstellmöglichkeiten bietet. Die Regler für Contour (Ausfiltern der Mitten) und Color (Höhendämpfung) arbeiten radikal, was insbesondere beim Color-Regler ab der 12-Uhr-Stellung jedoch nur noch dumpf klingt. Feinfühliger greift die Dreiband-Klangregelung ins Geschehen ein. Insgesamt ist der BDI-2000 ein variabler Bassverzerrer mit Fuzz-Charakteristik, bietet aber als Clean-Preamp keine Einstellmöglichkeiten an. Immerhin: Bei zurückgedrehtem Drive oder im Bypass-Modus arbeitet er als saubere DI-Box auf Line-Pegel.

Beim Bass Attack von Hartke arbeiten Level, Bass- und Treble-Regler interessanterweise auch dann, wenn per Fußschalter die Off-Einstellung gewählt ist; hiermit wird also generell der Grundklang vorgeformt. Was man mit dem Fußschalter aktiviert, ist dann die Zerr-Abteilung, die am Harmonics-Regler den Grad der Anzerrung mit dem Obertongehalt kombiniert, was besonders für offensive Metal-Sounds starke Ergebnisse liefert. Am zweiten Fußschalter lässt sich zugleich noch eine alternative Klangeinstellung abrufen, die am stufenlos zwischen 90 und 1000 Hz durchstimmbaren Shape-Kerbfilter den gewählten Frequenzbereich ausblendet und offenbar die Nachbarbereiche anhebt. Beide Fußschalt-Funktionen arbeiten praktisch knackfrei und sind mit Statusanzeigen versehen. Der symmetrische Ausgangspegel ist absichtlich abgeschwächt, um empfindliche Mikrofoneingänge nicht zu übersteuern, die Wiedergabe sauber und feinzeichnend. Auch die Speisung über Phantom Power funktioniert tadellos.

Bei der bass d.i.+ von MXR aktiviert der Effect-Fußschalter den Preamp, womit aber nicht auch automatisch der eingebaute Distortion-Effekt gemeint ist, denn der besitzt einen eigenen Schalter. Allerdings ist die Schaltung gut durchdacht, denn man kann an den LEDs im Reglerfeld bereits in der Bypass-Einstellung ablesen, ob die Distortion-Abteilung (und ggf. das Noisegate) eingeschaltet ist. Die Distortion-Sektion hat es in sich und kann vom fetzig rauen Grind bis zur brutalen Säge alle Zerrstärken liefern, die dann übrigens innerhalb der Effektschaltung am Mix-Poti mit dem Clean-Anteil vermischt werden können. Nochmals ein eigener Clean-Volume-Regler steht für den Fall bereit, dass der MXR-Preamp ohne Distortion benutzt wird; somit lassen sich für alle Varianten ausgeglichene Pegel, oder erwünschte Pegelsprünge einstellen. Die Fußschalter arbeiten knackfrei. Die Dreiband-Klangregelung bietet einen guten Kompromiss von feiner Dosierbarkeit und wirksamer Klangveränderung, das Color-Preset stellt auf Knopfdruck einen bullig verdichteten Bass-Sound her. Wie alle Geräte, die per Phantom Power versorgt werden können, ist auch hier der Ausgangspegel auf einen Mikrofoneingang am Mixer abgestimmt, die Phantomspeisung funktioniert ohne Probleme. Bemerkenswert an dieser potenten Zerrmaschine ist die allgemein nebengeräuscharme Arbeitsweise, bei extremen Distortions hilft dann auch das Noise gate wirkungsvoll mit.

Nicht zuletzt durch den verchromten Gehäusedeckel und die kultige Beleuchtung im Aktivzustand, ist die T-DI von Taurus eine auffällige Erscheinung. Auffällig ist leider aber auch das Grundbrummen des Netzteil-gespeisten Geräts, welches zumindest über den Klinkenausgang herausgegeben wird. Direkt über dem Gain-Regler hat man die Wahl zwischen Vintage, Modern und einem Mix von beidem, was in der Praxis den Grad der Präsenz in feinen Abstufungen festlegt. Bei den Klangreglern für Bass und Treble ist die Besonderheit, dass selbst bei extremen Einstellungen nicht der Gesamtpegel aus der Balance gerät. Mid Level Optimization nennt der Hersteller diesen Trick, wobei also die Klangregler für Bässe und Höhen je nach Einstellung zugleich das Pegelniveau der übrigen Bereiche mit beeinflussen. Die Wirkungsstärke der beiden Klangregler kann zusätzlich an dreistufigen Kippschaltern deutlich variiert werden. Die MLO-Schaltung mag ungewohnt sein, funktioniert aber bestens und erlaubt intuitive Sound-Variationen ohne lästiges Nachstellen des Pegels. Das Punch-Preset bringt zudem noch ein Plus an Growl-Mitten für Rocker ins Spiel. Der festgestellte Grundbrumm ist übrigens im symmetrischen DISignal nicht vorhanden, allerdings zeigt das Gerät dort einen anderen Fehler: Ein DI-Signal wird nur bei aktiviertem Preamp herausgegeben, sodass die T-DI im Bypass-Modus stumm bleibt.

bass_preamp_7_mxr
In der Zerr-Variabilität hat der Preamp von MXR die Nase vorn. (Bild: Dieter Stork)

Die eigentliche Klippe liegt beim SansAmp Bass Driver DI von Tech21 in der Bedienung, denn zunächst muss man verstehen, was sich hier gegenseitig beeinflusst, und was nicht. Klar ist dabei, dass der Drive-Regler für die schmutzigen bis verzerrten Varianten zuständig ist und die Balance zwischen Zerr- und Cleansound am Blend-Regler eingestellt wird. Ein wenig verwirrend ist der mächtige Pegel-Boost, der mit dem Aufdrehen des Drive-Potis einhergeht und ein Nachregeln des Blend-Verhältnisses und ggf. auch des Gesamt-Levels notwendig macht. Und während auf den Clean-Anteil nur die Klangregler für Treble und Bass wirken, beeinflussen sämtliche vorhandenen Klangregler den Zerrklang. Alles klar? Wenn ja, dann bekommt man aus dem Bass Driver sehr charaktervolle Klangnuancen heraus, die ziemlich authentisch nach Röhre klingen und somit Blues- und Rock-Bassisten ansprechen. Der Fußschalter arbeitet vollkommen nebengeräuschfrei, sodass man bei sorgfältiger Voreinstellung unauffällig zum unbearbeiteten Bassklang wechseln kann.

Das symmetrische Ausgangssignal ist sauber und hochwertig, sogar bei stark eingestelltem Drive stören die aufkommenden Rauschanteile nicht. Die Phantomspeisung funktioniert fehlerfrei, der SansAmp-Pegel ist auf einen Mikrofoneingang abgestimmt.

 

Resümee

Nach ausgiebigem Probieren kann man jetzt die DI-Preamps in verschiedene Gruppen einteilen. Der sehr preisgünstige Bass Drive von Harley Benton kann sowohl in seinen Funktionen wie auch im Qualitätsniveau nicht mit den übrigen Testkandidaten mithalten und gehört einfach in eine andere Klasse. Für ausgezeichnete Cleansounds bürgen die Geräte von Eden und Fishman, die beide einen Compressor an Bord haben und für Pop, Fusion und Funk sowie Fretless-Bass ihre Stärken ausspielen. Auch der effektlose Taurus gehört eigentlich in diese Gruppe, der im Bypass-Modus tote DI-Ausgang und die Nebengeräusche auf dem Line Out führen allerdings zu Abzügen bei diesem sonst gut klingenden Teil. Die übrigen Preamp-Pedale von Hartke, MXR und Tech21 erweitern das Klangspektrum um attraktive Zerrmöglichkeiten, wobei sich der Bass Attack eher für Metal und der SansAmp für Blues und klassischen Rock anbietet. Mit der wandelbarsten und kompromisslosesten Distortion-Abteilung punktet die bass d.i.+ von MXR.

 

bass_preamp_plusminus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren: