Aria SWB Lite One im Test

Upright-E-Bass

Es gibt zwei Gründe, einen elektrischen Upright zu spielen: Entweder, man will in einer lauten Band Kontrabass spielen, oder als E-Bassist mal bei den Kontras wildern.

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Der SWB Lite One macht einen reellen Eindruck. In der Preislage darf man etwas verlangen, andererseits bleibt der Upright-Wunsch erfüllbar. Das Instrument ist sauber gebaut und kommt aus Korea.

 

Konstruktion des Aria SWB Lite One

Wirklich schön sehen wirklich nur die wenigsten „Stabbässe“ aus. Der Aria zeigt dabei ein unauffälliges, geradliniges Design. Technisch kühl ist beim massiven Erle-Korpus die Taille ausgeführt und wurde gleich dazu genutzt, die Potiknöpfe geschützt unterzubringen. Ganz in Mattschwarz präsentiert sich der Ahornhals, was wohl seinen Grund darin findet, dass für das lange, dicke Griffbrett kein teures Ebenholz, sondern harter Ahorn verwendet wurde. Statt plump das Griffbrett zu schwärzen, hat man also gleich den ganzen Hals lackiert, was irgendwie ehrlicher rüberkommt. Wirbelkasten und Saitenhalter sind stabil gebaut, schlichte E-Bass-Tuner der offenen Art kommen zum Einsatz.

Fünf Schrauben halten Hals und Korpus des Aria SWB Lite One zusammen, dort befindet sich auch eine eingelassene Metallplatte mit Gewindeloch, wo man den Bass an einem Ständer fixieren kann. Mitgeliefert wird außer der Schutztasche ein vorgebogener Aluminium-Bügel als Körperstütze, der einfach in die Passbuchsen am Korpus eingesteckt wird. Um den besten Halt zu finden, sollte man den Bügel getrost passend zurechtbiegen – dafür ist er gemacht. Das wichtigste, weil klangspendende Element ist bei einem Upright der Steg. Wenn man im Stehen spielt, bekommt man ein gehöriges Pfund auf die Saiten, und da muss der Steg stabil stehen und darf nicht klappern. Andererseits muss er doch so fragil sein, dass er effizient auch die feineren Saitenschwingungen auf die Tonabnehmer überträgt, die hier unter den beiden Füßen der Riegelahorn-Stegbasis sitzen.

Die Aria-Konstruktion ist klangkompetent gebaut und bietet zudem an zwei Rändelmuttern aktiven Elektronik mit Volumen-, Bassund Höhenregler aufgearbeitet wird. Schnell lässt sich die Batterie im rückwärtigen Klappfach wechseln, was bei einer Stromaufnahme von runden 4 mA etwa alle 120 Spielstunden nötig sein wird.

 

Praxis

Um bei verzärtelten E-Bassisten keine falschen Illusionen aufkommen zu lassen: Der SWB hat eine erwachsene Kontrabass-Mensur von 105 cm, das sind 19 mehr als bei einem Jazz Bass! Und weil auch der Hals authentisch dick inklusive frühem Daumenstopp am Halsfuß geformt ist, richtet sich hier das Angebot eindeutig an abgehärtete Kontrabasser, die mit dem Spiel in Daumenlage vertraut sind. Was das für den E-Bassisten heißt? Krafttraining und Übung sind erforderlich, um einen solchen Upright mit authentischem Kontrabass-Spielgefühl zu beherrschen.

Der Stachel lässt sich beim Transport ganz in den Korpus einschieben, ist aber gleichzeitig so lang, dass der Upright auch für große Spieler tadellos einstellbar ist. Die wichtigsten Lagen sind mit weißen Punkten in der Griffbrettflanke markiert.

Lässt man sich auf den Lite One ein, gewinnt die Sache mit zunehmender Spielstärke an Charme. Das Instrument kommt einem weniger geübten Spieler sogar entgegen, weil relativ dünne Flatwounds aufgespannt sind. Selbst eine streichfähig eingestellte Saitenlage lässt sich damit noch ohne Blutblasen greifen und zum Schnurren bringen.

Klanglich gibt sich der Aria feiner, als sein reduziertes Aussehen vermuten ließe. Die beiden Fishmänner sitzen an Stellen, wo recht viel „Raum“ in den Ton gelangt, was die akustische Komponente stark in den Vordergrund stellt. Ein schöner, detailreicher Ton, der tatsächlich nach Kontrabass klingt und für solistische Passagen angemessen offen ist. Eine saftige Bassanhebung am Zweiband-EQ fügt die erwachsene Fülle und mehr Nähe hinzu, was dann die entsprechende Tragkraft zur Band-Begleitung ergibt. Nur der Höhenregler überzeugt bei extremeren Einsätzen nicht, weil er statt greifbarer Tonfrequenzen mehr Rauschen hervorhebt.

 

Resümee

Wer das authentische Kontrabass-Spielgefühl sucht, ist beim Lite One an der richtigen Adresse, wobei die relativ leichte Flatwound-Besaitung auch neugierigen E-Bassisten entgegenkommt. Die gesamte Verarbeitung ist sauber und qualitätsvoll, auch wenn in dieser Preisklasse kein Ebenholz-Griffbrett geboten werden kann. In der Elektro-Abnahme kultiviert der Upright eine schön akustisch wirkende, luftige Komponente, die aber mit dem Aktiv-EQ bei Bedarf wirkungsvoll angefettet werden kann, sodass man einen mächtig tragenden Kontrabass-Ton erhält. Der SWB Lite One ist ein preisgerechter Upright.

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