Ampeg SVT-7 Pro im Test

Endstufe Ampeg SVT-7 Pro

Der Name weckt bei Bassisten Urvertrauen, und man denkt vor allem an legendäre Röhrenverstärker. Allerdings ist bei Ampeg keineswegs die Zeit stehengeblieben. Die Amp-Linien wurden nämlich immer konsequent weiterentwickelt, sodass man mittlerweile beim SVT Nummer 7 angekommen ist, der mit seinem bleischweren Urahn recht wenig gemein hat.

 

Anzeige

Das gilt zumindest für die Optik und das Gewicht. Potent ist das neue Top jedoch schon, und mit einem Kilowatt sind durchaus pfundige Bass-Sounds vorprogrammiert, die wohl den drei Buchstaben SVT alle Ehre machen werden. Ursprünglich stand das für „Super Vacuum Tube“, womit das jüngste Ampeg-Modell natürlich höchstens im Geiste zu tun haben kann.

 

Ausstattung des Ampeg SVT-7 Pro

Man geht mit der Zeit, und das bedeutet, dass hier eine leistungstarke Class-D-Endstufe zum Einsatz kommt und von einem gewichtsparenden Schaltnetzteil versorgt wird. Gegenüber seinem Vorgänger hat er dadurch keineswegs an Leistung verloren, aber deutlich an Gewicht: Trotz robustem Stahlblech-Gehäuse und fettem Alurahmen auf der Front bringt das neue Modell lediglich 7 Kilo auf die Waage. Auch der Preis ist deutlich zusammengeschmolzen, und dafür hat man gegenüber dem SVT6 einigen Röhrenaufwand in der Vor- und Treiberstufe eingespart. Nichtsdestotrotz werkelt hier dennoch eine 12AX7-Doppeltriode am warmen Sound, aber eben nicht mehr vier Röhren. Und auch wenn hier auf die semiparametrische Vierband-Klangregelung verzichtet wurde, sieht das Vorstufenkonzept doch typisch nach Ampeg aus.

Der Instrumenteneingang lässt sich per Schalttaste auch auf extrem pegelstarke Instrumente abstimmen, desweiteren sind getrennte Regler für Gain und Master sowie ein Mute-Schalter vorhanden. Ein Compressor kann stufenlos hinzudosiert werden, um die Dynamik glattzubügeln und den Ton zu verdichten, externe Effekte werden parallel betrieben und am FX-Mix-Regler hinzugemischt. Und die dreibandige Klangregelung am 7er ist immer noch ziemlich leistungsfähig, weil für den Mittenbereich fünf verschiedene Centerfrequenzen gewählt werden können und zusätzlich die Schalt-Presets Ultra Lo und Ultra Hi bereitstehen.

Apropos Mittenregler: Hier bleibt sich Ampeg aus Klanggründen treu und verwendet wie beim guten alten Röhren-SVT ein aufwendiges LRC-Filter mit einer Ringkernspule, die für die verschiedenen Frequenzen passende Abgriffe besitzt. Die Phones-Buchse liegt gut erreichbar auf der Frontseite, die übrigen Anschlüsse sitzen hinten. Dort findet sich ein Tuner-Anschluss, Send und Return des Effektwegs und die Klinken für Preamp Out und Power Amp In, die man gegebenenfalls auch als zweiten Einschleifweg nutzen kann, der dann nur auf die Lautsprecherwiedergabe, aber nicht auf den symmetrischen D.I.-Output wirkt.

Dieser wird von einem Röhrensystem der 12AX7 angesteuert und lässt sich wahlweise vor oder hinter die Klangregelung umschalten, ein zweiter Schalter lässt entweder Line- oder Mikrofonpegel heraus, schließlich ist ein dritter Schalter für den Ground Lift vorhanden. Zum Einspielen von Playbacks sind zwei Cinch-Buchsen vorgesehen, wobei die Pegeleinstellung allerdings an der Tonquelle (CD- oder MP3-Player) vorgenommen werden muss. Und die Ausgangsleistung von einem runden Kilowatt an 4 Ohm (600 Watt an 8 Ohm) lässt sich an zwei Speakon-Kombibuchsen abgreifen, die alternativ auch Klinkenstecker aufnehmen können.

 

Praxis

Ein wenig Vintage-Flair soll wohl die Hammerschlag-Lackierung des Gehäuses ausstrahlen. Das Ausstrahlen darf man allerdings auch wörtlich nehmen, denn die unebene Lackoberfläche kann bei starker Beleuchtung und ungünstigem Einfallswinkel des Lichts zu wilden Reflexen führen, sodass die Beschriftung nicht mehr lesbar ist. Richtig „Pro“ wäre da eher ein mattierter Untergrund. Aus dem Karton kommt der SVT7Pro als Topteil mit großen Gummifüßen. Wer den Amp lieber in ein schützendes Rack montieren möchte, findet darin auch die dafür notwendigen Befestigungswinkel, und auf jeder Gehäuseseite sind dafür sechs Gewindebohrungen vorgesehen. Der Doppel-Fußschalter für Mute und FX muss freilich extra erworben werden.

Im Klang hält das neue Modell, was der Name Ampeg verspricht. Auf Anhieb steht ein fetter, druckstarker Sound bereit, der in markentypischer Manier einen deutlichen Akzent auf den tiefmittigen Growl setzt, der den Bass vor allem bei Rock-Anwendungen mit offensiver Sonorität ausstattet. Natürlich ist man nicht auf einen Klang festgelegt, und insbesondere die fünf wählbaren Mittenfrequenzen machen viel mehr, als es die technische Funktion vermuten ließe, sie können nämlich fünf grundverschiedene Sounds prägen, von der rockigen Röhre bis zum brillant-cleanen Funkbass. Die Ultra-Presets sind in ihrer zunächst eher subtilen Wirkung eindeutig für die Nutzung bei höheren Pegeln vorgesehen, wo sie dann auch tatsächlich genau die passenden Nuancen treffen.

Bis auf das heutzutage wohl unerlässliche Lüfterrauschen (welches sich jedoch einigermaßen im Hintergrund hält) ist der neue Ampeg ein starker, runder Amp, der sich vor allem bei fetten Bass-Sounds viele Punkte verdient, aber auch durch Variabilität und praxisgerechte Ausstattung überzeugt.

 

Resümee

In der siebten Generation hat sich der SVT an die modernen Zeiten angepasst, wo man nur noch ungern überflüssige Pfunde durch die Lande schleppt, aber natürlich auf satte Leistung nicht verzichten möchte. Doch auch in Class-D-Technik klingt der Ampeg nach SVT, druckstark und mit fettem Growl, souverän und durchsetzungskräftig. Das Teil gehört auf die Bühne und wird sich dort bestens bewähren!

Keine Kommentare zu “Ampeg SVT-7 Pro im Test”
Hinterlasse einen Kommentar

Das könnte Dich auch interessieren: